Premiere für „Brucker Marktspielsommer"

 

Premiere für „Brucker Marktspielsommer"
Im kommenden Jahr wird auf dem sanierten
Marktplatz erstmals ein Festspiel aufgeführt

 

Mit dem Gedanken, auch in Bruck ein Festspiel aufzuführen, trage er sich schon seit Jahren, so Hanisch, aber „jedes Ereignis muss seine Zeit haben". So sei die geglückte Marktplatzsanierung ein Grund, den Marktplatz mit Leben zu erfüllen. Auch der inzwischen von der Marktgemeinde erworbene „Hallerstadl" sei ideal für kulturelle Veranstaltungen.

Hubert Süß schrieb zum Festspiel eine frei erfundene, aber geschichtlich fundierte Handlung aus dem Bruck von 1345. Als Bühne soll der gesamte Marktplatz dienen. Nach Informationen von Heimatpfleger Dr. Alois Wittmann weiß man, dass im „Prukk" in der Mitte des 14. Jahrhunderts „eine Menge los" war, so Süß. Ludwig der Bayer festigt im Hausvertrag von Pavia 1329 seinen Anspruch auf die Insignien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und Ruprecht I. von Wittelsbach wird Kurfürst von der Pfalz und damit auch der „Oberen Pfalz". Er versteht es, die Gegend einträglich zu machen: So verlieh er „Prukk" das Marktrecht, denn ein Markt bringt mehr ein als ein Dorf.

Handwerk im „alten Bruck"

Da auch das Handwerk in Bruck zu dieser Zeit schon gut bestellt war, waren die Märkte sehr beliebt. Auch sei es sehr selten, so Süß, dass man den historischen Grundriss des Marktplatzes erhalten habe. Der Schnittpunkt von drei Ausfallstraßen sei ein idealer Ort, um Geschäfte abzuwickeln, so wurde der Marktplatz in seiner ursprünglichen Form erhalten. Darüber hinaus stehen seit alter Zeit die Marktmauer, die Mühlen und ein Pflegamt. Die Personen in dem Stück hat es in Wirklichkeit gegeben, die Namen wurden in alten Kaufurkunden oder Gerichtsverhandlungen erwähnt. Frei erfunden ist jedoch die Handlung des Stückes.

In dem Stück kommt die geschichtliche Entwicklung von Bruck in der damaligen Zeit zum Tragen, eingebettet in eine Liebesgeschichte und den damals schon derben Brucker Humor. Hubert Süß möchte ein Sittengemälde aus der damaligen Zeit zeichnen. Ebenfalls dichterische Freiheit hat er sich bei der Annahme genommen, dass der Konflikt Bruck/Nittenau aus der damaligen Zeit stammt.

Zur Durchführung des Brucker Marktspielsommers und weiterer kultureller Aktivitäten wird ein Verein ins Leben gerufen. Am 22. Oktober um 19.30 Uhr findet die Gründungsversammlung des „Kultur- und Festspielvereins" im Foyer des Freizeitzentrums statt.

65 Mitwirkende gesucht

Für das Spiel müssen auch noch Akteure gefunden werden. Insgesamt, mit Statisten, werden 65 Darsteller benötigt und zehn Sprechrollen sind zu vergeben. Im Winter wird Hubert Süß diesbezüglich ein Casting machen. Auch der Marktrat steht hinter dem noch zu gründenden Kultur- und Festspielverein. Die Marktgemeinde Bruck wird den Verein mit Anschaffungen wie Lautsprecheranlage, Sonnensegel usw. unterstützen und auch versuchen, aus dem Programm „Leader plus" der Europäischen Union für das Oberplälzer Seenland eine Förderung zu bekommen. Auch habe man darauf geachtet, dass der Termin 21. bis 23. Juli nicht mit anderen Veranstaltungen in der Gegend kollidiere, so Hanisch.