"Macht und Minne" bringt das Mittelalter nach Bruck

 

?Macht und Minne? bringt das Mittelalter nach Bruck
Gelungene Premiere des neuen Festspiels auf dem Marktplatz

 

 

 

 
 

 


 

Jetzt ist Bruck auch Festspielort. Am Samstagabend wurde das historische Festspiel „Macht und Minne" am Marktplatz bei super Festspielwetter uraufgeführt. Bei der Premiere des Stücks aus der Feder von Hubert Süß, der auch als Festspielleiter fungierte, war die erste Aufführung ebenso ausverkauft wie die zweite am Sonntag. Das rund dreistündige Festspiel stand unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Emilia Müller und spielt im Jahre 1345.

Die rund 60 Laien-Schauspieler beherrschten ihren jeweiligen Part sehr gut und sorgten durch ihr schauspielerisches und theatralisches Talent für große Begeisterung und Respekt bei den Besuchern. Mit historischen Tänzen, Minnegesang und einer Feuershow gab es auch ein sehr ansprechendes Rahmenprogramm. Bei dem Stück ging es um Liebe, Streit und Macht.

Der Ende des vorigen Jahres aus der Taufe gehobene Brucker Kultur- und Festspielverein schaffte es mit viel Fleiß und Arbeit und mit Unterstützung des Marktes Bruck nach gut einem halben Jahr sein Vorhaben, ein historisches Festspiel aufzuführen, in die Tat umzusetzen. Autor Hubert Süß schrieb das Stück. Eine Kaufmannstochter, Carolina Weber aus Nittenau, verliebt sich in Kilian Tucher, den Sohn der Brucker Tuchhändlers-Witwe Anna Tucherin. Bruck erhält das Marktrecht und so kommt der wenig geschätzte Kilian als geschäftlicher Konkurrent zu Ansehen und Vermögen.

Durch diese Liaison kommt es zu vielfältigen Irrungen und Wirrungen zwischen Nittenauern und Bruckern. Die Liebesgeschichte zwischen Kilian und Carolina wechselt sich ab mit machtpolitischen Intrigen und Streitigkeiten zwischen dem Brucker Magistrat, dem Pfleger von Prukk sowie den Vertretern des Hauses Wittelsbach. Noch dazu ist der Nittenauer Geschäftsmann Lorenz Weber nicht damit einverstanden, dass jetzt mit Kilian Tucher ein „dörflicher Emporkömmling" ihm Prestige und Umsatz wegnimmt.

Die zahlreichen Auseinandersetzungen spielten sich im Bereich der am Marktplatz aufgebauten Bühnenbilder ab. Es herrschte auch Markttag in Bruck. Allerlei Tuch gab es zu kaufen und das Fischweib verschleuderte die „Brucker Karpfen" unterm Volk. Bei „Alberta", Wirtin von Prukk, wurde gesoffen und geflucht, und auch die Geschichte von den Nittenauern, die einen Bettelmann gebraten haben, erzählt. Chaim, der Jude, war auch vertreten und nahm einen Silberkrug der in finanziellen Schwierigkeiten gekommenen Tuchhändlerin in Zahlung. Von Dürn und vom Kellerhof kamen mit großen Rössern die Lands- und Fuhrknechte. Ein Trommler und ein Hornist kündigten die Auftritte der jeweiligen Personen und Gruppen an, wobei das „Blasinstrument" des Hornisten vermutlich etwas verstopft war und dadurch vermutlich die Signale verfremdete. Die Hörner der mittelalterlichen Jägerschaft, sie waren mit Hund und Falken vertreten, konnten sich dagegen hören lassen.

Schließlich bekommt nach zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien die Beziehung von Kilian Tucher und aus Bruck und Carolina Weber aus Nittenau den kirchlichen Segen. Lorenz Weber, der einen tödlichen Anschlag in Auftrag gab, wird vom Richter „Wigand der Hofer", nicht zum Tode verurteilt, sondern „nur" lebenslang ins Kloster verbannt.

Für die schauspielerischen Leistungen der Laiendarsteller gab es lang anhaltenden Applaus. Die Beleuchtung und der Ton waren hervorragend und das mit viel Effekten gespickte Rahmenprogamm konnte sich sehen lassen.