Zähmung geglückt

 

 

Zähmung geglückt
Bei der Premiere von „Bussi Kathi" von Wolfgang Ramadan wurde der Brucker Kultur und Festspielverein von zahlreichen Besuchern bejubelt.




 

 


 

Restlos ausverkauft war das Shakespeare Stück „Der Widerspenstigen Zähmung" in bayerischer Bearbeitung unter dem Titel „Bussi Kathi", das der Brucker Kultur und Festspielverein am Freitagabend auf dem Gelände des Freizeitzentrums uraufführte. Am Samstag wurde die Aufführung aufgrund der Witterung in das Freizeitzentrum verlegt, was der Spielfreude und der Begeisterung des Publikums aber keinen Abbruch tat.

Stefan Schwarzmayr begrüßte die vielen Gäste. Sein ganz besonderer Gruß galt Franz Schießl, dem diesjährigen Schirmherren. Schießl freute sich, dass er die Schirmherrschaft übernehmen durfte und lobte die harte und hervorragende Arbeit des jungen, dynamischen Vereins und die gute und professionelle Regie von Karin Michl. Bürgermeister Hans Frankl schloss sich den Worten seines Vorredners an und dankte dem Verein ebenfalls für die großartige Arbeit. Der Platz, der für diese Aufführung gewählt wurde, sei geschichtsträchtiger Boden. Schon in früheren Zeiten hätten sich hier die Liebespaare getroffen.

Wie bekomme ich meine Mädchen nur unter die Haube, dachte sich Baptista, Vater zweier Töchter: Bianca, einer liebe, sanften Person und Kathi einer Beißzange, wie sie im Buche steht. Und genau hier liegt der Hund begraben. Der fürsorgliche Herr Papa hat beschlossen, dass Bianca erst heiraten darf, sobald auch die böse, widerspenstige Katharina einen Mann findet. Doch niemand möchte sich auf die garstige Tochter einlassen, alle werben um die liebe Bianca. Er weiß sich nicht zu helfen und wendet sich an Gremio und Hortensio mit der Bitte einen Mann für seine Kathi zu suchen.

Da die beiden reges Interesse an Bianca haben willigen sie ein und begeben sich auf die Suche nach dem Unmöglichen, einem Mann für die widerspenstige Katharina. Gegen den Willen von Kathi wird tatsächlich nach kurzer Zeit ihre eigene Hochzeit gefeiert. Petruccio machte das Rennen, der skrupellose Mitgiftjäger schreckte selbst vor dieser Herausforderung nicht zurück, war doch die Bezahlung ein zu großer Reiz. Der Weg war also geebnet, endlich kann auch Bianca ihr Glück leben und entschied sich für Lucentio, der mithilfe seines treuen Dieners Tranio um sie warb und die anderen beiden des Weges verwies. In der Zwischenzeit leidet die zickige Kathi schreckliche Qualen mit ihrem neuen Ehemann, mit Schlaf- und Essensentzug versucht er, ihr den Ungehorsam auszutreiben. Nach und nach scheint dies zu glücken.
Nachdem Lucentio endlich am Ziel seiner Träume ist und mit seiner Bianca den Bund fürs Leben geschlossen hat, beginnt die Fassade jedoch zu bröckeln. Er muss feststellen, dass er doch keine so zahme, liebe Frau geehelicht hat. Auch Hortensio, der sich der alten, reichen Witwe angenommen hat, hat nun seine liebe Not mit dem Frauenzimmer. Einzig Petruccio präsentierte eine folgsame „gezähmte" Gattin an seiner Seite. „Der Widerspenstigen Zähmung" ist geglückt.

Die Uraufführung des Shakespeare-Stücks in einer bayerischen Bearbeitung war echtes Volkstheater, mit einer gehörigen Portion Leidenschaft. Mit überschwänglichem Applaus und Standing Ovations belohnten die Zuschauer die Akteure für die großartige Leistung.

In seinen Schlussworten dankte Karl Steiner dem tollen Publikum und allen Helfern vor und hinter den Kulissen. Sein besonderer Dank galt dabei Karin Michl, die bei dem Stück in altbewährter Professionalität die Regie führte.(tlf)